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Vergabe der DODV Ranglistenfaktoren für A-Regatten

Die vielen fragenden Reaktionen nach der Art der Vergabe der neuen Ranglistenfaktoren, haben gezeigt, dass zum Verständnis unserer Regelung weitere Erläuterungen notwendig sind.

Das aktuelle System ist seit 2018 aktiv, da der DSV das vorherige Vorgehen, wonach die Faktoren nach der Anzahl der Teilnehmer berechnet wurde (wie heute noch für die B-Regatten) nicht mehr zugelassen hat. Zudem hatte der teilnehmerabhängige Faktor aus einen Hype auf die großen Regatten ausgelöst – mit Folgen von Teilnehmerbeschränkungen und in sehr, sehr kurzer Zeit ausgebuchten Meldelisten. Auch wurde dadurch eine immense Reisetätigkeit verursacht und die Regatten in der Provinz mit weniger Teilnehmer sind immer weiter ausgetrocknet, weil die guten Segler zu den großen Events fuhren.

Grundüberlegungen zu den Ranglistenfaktoren

Als Zielsetzungen für das Faktoren-System galt es, die Nachteile des alten Systems zu vermeiden

  • keine Diskriminierung mehr von kleinen gegenüber großen Regatten
  • dadurch Reisetätigkeit vermindern durch gleichwertigere Regatten
  • dadurch Stärkung der Regionen
  • aber keine Regionalbrille aufhaben, sondern ganz Opti-GER im Blick

Die Überlegung, die Regattafaktoren den jeweiligen Regionalobleuten zu überlassen, wurde vom Vorstand auch diskutiert, jedoch mehrheitlich verworfen. Es sollte vermieden werden, dass jeder Regionalobmann in jedem Jahr mit den Vereinen die Faktoren aushandeln muss.

Wir meinen, dass es für die Regionalobleute besser ist, ein rechnerisch basiertes Faktorengerüst zur Verfügung zu haben, das in Einzelfällen auch noch modifiziert werden kann.

Ein idealtypisches und gerechtes Regattafaktoren-System sollte bewirken, dass jeder Segler – egal an welcher Regatta er teilnimmt – die gleiche Ranglistenpunktzahl erhält, wenn er einen seinem mittleren Leistungsstand entsprechenden Platz einfährt.

Die von Frank Renkes konzipierten neuen Regattafaktoren nach Qualität einer Regatta kommen dem oben beschriebenen Ideal sehr nahe. Einschränkungen gibt es natürlich auf Grund der Vergangenheitsbetrachtung und weil sich das neue System erst mal einpendeln muss.

Dazu ein Beispiel: Nehmen wir einen Segler mit einem wieder idealisierten Leistungsvermögen von genau der Mitte der Rangliste. Er fährt bei einer Regatta mit Ranglistenfaktor 1,20 (das entspricht etwa einer ausgeglichenen Verteilung von stärkeren und schwächeren Seglern wie in der Rangliste) genau auf einen Mittelplatz und erhält 60 Ranglistenpunkte. Bei einer Regatta mit Qualitätsfaktor 1,3 wird er den Mittelplatz (65 Ranglistenpunkte) nicht erreichen, weil mehr stärkere als schwächere Segler teilnehmen. Er wird auch hier etwa 60 Ranglistenpunkte erreichen und hat deshalb keinen Grund, wie noch im alten System, zur Regatta mit höherem Faktor zu fahren. Umgekehrt wird er auf einer Regatta mit Qualitätsfaktor 1,1 einen besseren Platz als die Mitte (55 Ranglistenpunkte) erreichen, weil die Mehrzahl der Teilnehmer schwächer sind. Also auch hier erhält er etwa 60 Ranglistenpunkte. Aus dem Beispiel ist verständlich nachvollziehbar, dass eine Beurteilung einer Regatta nur nach dem Regattafaktor aus dem jahrelang eingeübten Denken im alten teilnehmerabhängigen System herkommt. Das neue System nach Regattaqualität (genau <Qualität der Teilnehmer einer Regatta>) ergibt gleichmäßigere Chancen zu Punkteerlangung auf Regatten, gleichgültig ob klein oder groß, ob hoher oder niedriger Regattafaktor.

Bei den neuen Ranglistenfaktoren ist also eine Wertigkeit-Beurteilung einer Regatta nur mit dem Faktor nicht mehr sachgerecht, weil ein hoher Qualitätsfaktor einer Regatta das Erreichen eines guten Platzes durch die Teilnahme besserer Segler erschwert, wohingegen ein niedriger Qualitätsfaktor durch die Teilnahme im Durchschnitt schwächerer Segler dies erleichtert.

 

Berechnung der Ranglistenfaktoren

Die DSV-Ranglistenordnung gibt die Rahmenbedingungen vor:

  • Die Ranglistenfaktoren liegen zwischen 1,0 und 1,6.
  • Mindestens die Hälfte der Regatten muss einen Faktor nicht größer als 1.2 erhalten.
  • Die Deutsche Meisterschaft muss einen Faktor von mindestens 1.4 erhalten.
  • Die Regatten und die Faktoren für das laufende Jahr müssen bis zum 31. Januar an
    den DSV gemeldet werden.

Um diesen Vorschriften Rechnung zu tragen wurde ein neues Modell entwickelt, bei dem am Jahresende die Faktoren für das kommende Regattajahr für jede Ranglistenregatta aufgrund der gesammelten Statistiken der beiden Vorjahre ermittelt werden kann. Grundlage für den neuen Ranglistenfaktor ist jetzt die Qualität (seglerisches Niveau) einer Regatta, die durch die durchschnittlichen Ranglistenpunkte der an dieser Regatta
teilgenommenen deutschen Segler ermittelt wird.

Deshalb werden am Beginn eines neuen Regatta-Jahres (1.12. bis 30.11. im Folgejahr) die Qualitätsfaktoren neu berechnet, indem für jede Regatta das Mittel der Qualität aus den 2 vorangegangenen Regatta-Jahren für das neue Jahr angesetzt wird. Der Qualitätsfaktor für das Regatta-Jahr 2023 einer Regatta berechnet sich also aus den gemittelten Ranglistenpunkten aller Teilnehmer an dieser Regatta in den Jahren 2020 und 2021.

Selbstverständlich kann diese Berechnung für das neue Regattajahr erst nach Eingabe der letzten Regatta des vergangenen Regatta-Jahres mit der dann vorliegenden A-Jahresrangliste (also im Dezember) gemacht werden. Die mit der abgeschlossenen Jahresrangliste rückwirkend ermittelten Qualitätsfaktoren des alten Regattajahres können von den am Jahresanfang vorgegebenen Faktoren nach oben oder unten abweichen wenn mehr bessere oder mehr schwächere Segler an einer Regatta teilgenommen haben. Damit verändern sich auch die neuen Ranglistenfaktoren ständig dynamisch.

Die durchschnittlichen Regatta-Qualitätsfaktoren (= Mittel der Ranglisten-Punkte der an der jeweiligen Regatta teilgenommenen Segler) der letzten Jahre bewegen sich zwischen ca. 100 Punkte für die IDJüM und ca. 60 Punkte für die schlechtesten Regatten. Diese Bandbreite wird nun so normiert, dass die schlechteste Regatta den Basisfaktor 1,00 und somit keinen Zuschlag erhält und die IDJüM als beste Regatta einen Zuschlag von 0,45 zum Basisfaktor 1,0 erhält (=1,45). Zwischenwerte werden auf 0,05 gerundet. Damit ergeben sich die neuen Regattafaktoren von 1,00; 1,05; 1,10; 1,15; 1,20; 1,25; 1,30; 1,35; 1,40; 1,45.

 

Einschränkungen des Ranglistensystems

Das System führt also im Idealfall zu einer gerechteren Punkteverteilung die stärker auf der seglerischen Leistung und nicht und nicht so sehr auf der Teilnehmerzahl beruht. Eine Folge davon sollte weniger Reisetätigkeit und einer Stärkung der Regionen sein.

In der Praxis gibt es jedoch zumindest einige Einschränkungen. Wegen der Corona Pandemie konnte das System in den Jahren 2021 und 2022 nicht angewendet werden, da 2020 viele Regatten ausfielen oder erst kurzfristig geöffnet wurden. Dementsprechend wurden die Faktoren in den Jahren 2021 und 2022 konstant gehalten. Hierdurch haben die traditionellen großen, von überwiegend besseren Seglern besuchten Regatten (z.B. Intercup, Goldener Opti) einen aus der Vergangenheit herrührenden Vorteil. Wir sind aber überzeugt, dass sich das ab 2023 einspielen wird, wenn es keine Vergangenheitswerte aus dem alten System mehr gibt.

Wenn erst einmal einige im Mittelfeld segelnde Kinder gemerkt haben dass sie durch die Teilnahme an einer kleineren Regatta mit Faktor 1,15 und einer Platzierung im vorderen Bereich, genau so viel Ranglistenpunkte erzielen wie auf einer großen, gut besetzten Regatta mit Faktor 1,3, dann werden die mittleren und kleineren Regatten gestärkt werden.

 

Zuschläge der Regionalobleute zu den Regattafaktoren

Um die genannten Schwächen etwas zu kompensieren und sukzessive eine bessere regionale Teilnahme zu erreichen – sowohl in der Anzahl als auch der Qualität – haben wir den Regionalobleuten die Möglichkeiten gegeben, mit Faktorenzuschlägen einzelne Regatten zu pushen. Auch sollte jeder Regionalobmann, Trainer und Verein seine guten Segler dazu anhalten zumindest an gewissen Schwerpunktregatten in der Region teilzunehmen. Dann erhalten diese Regatten in den Folgejahren bessere Faktoren. Was aber auch das neue Regatta-Faktorensystem sicher nicht leisten kann ist in den Regionen A-Regatten zu etablieren die selber nur ganz wenige A-Segler haben.

Mit zwei Faktorenzuschlägen von 0,05 (entspricht 5 Ranglistenpunkten) kann der Regionalobmann Regatten in seinem Bundesland beaufschlagen:

  • davon darf maximal eine Regatta mit ursprünglichen Faktor 1,2 oder mehr beaufschlagt werden.
  • die beiden Zuschläge können auch kumuliert an eine Regatta gegeben werden, die dann aber nur einen ursprünglichen Faktor von 1,15 oder kleiner haben darf.
  • neue Regatten erhalten im ersten Jahr einen Faktor von 1,1 und können natürlich auch nach obigen Schema beaufschlagt werden.

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