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21. November 2023

Wir sind dann mal wech … zwei ehemalige Opti-Segler beim Retrorennen um die Welt dabei (2)

Viivi Moisio startete in ihr Seglerinnenleben mit dem OPTI, hatte Spaß am OPTI RACING, segelte anschließend Zoom8, Europe, 6mR Klassik-Racer…nun aktuell mit dabei auf einer Regatta rund um die Welt – Foto: Privat

(bmg) Viivi Moisio (21) und Anton Eklund (26), zwei ehemalige finnische Optisegler, gehören zur 12köpfigen Crew der GALIANA WITHSECURE, einer SWAN 55. Mit der GALIANA nehmen sie am OCEAN GLOBE RACE 2023/24 (OGR) teil, einem Retrorennen für  Hochseeyachten, entworfen vor 1988, ohne Hightech. Gesegelt wird in 4 unterschiedlich langen Abschnitten. Der Startschuss zur 1. Etappe fiel am 10. September vor Southampton. 14 Schiffe waren dabei. Die aktuell laufende 2. Etappe Kapstadt – Auckland/Neuseeland bestreiten noch 11 Yachten.

Heute, am 21. November, rauschen Viivi und Anton durch die Roaring Forties, ein Seegebiet im Südpolarmeer zwischen dem 40. und 50. Breitengrad, berühmt-berüchtigt für Starkwind, Riesenwellen. Mit 9 Knoten, geschoben von einem kräftigen Nordwestwind, prescht ihr Schiff ostwärts. Tagesetmal: 195 Seemeilen.  Am 5. November startete die Regattaflotte in Kapstadt zur 2. Etappe, in ca. 4 Wochen wird sie  Neuseeland nach 7250 Seemeilen erreichen. Aktuell liegt die GALIANA WITHSECURE in ihrer Wertungsgruppe “Adventure Class” auf dem 2. Rang.

Schnell mal mit Familie, Freunden telefonieren, das ist für die Crews nicht möglich. Für die Kommunikation während der Rennen gibt´s strenge Regeln. Private Smartphones dürfen nicht benutzt werden, sie liegen versiegelt in einem Schrank. Mit einem speziellen Bordtelefon können täglich zweimal Kurznachrichten an die Rennleitung versandt werden. Wie erlebten die Youngster Viivi und Anton die 1. Regattaetappe von Southampton nach Kapstadt – 7800 Seemeilen in 48 Tagen? Die Interviews mit Beiden entstanden in Kapstadt im Verlauf ihrer 7tägigen Regattapause. Es war keine Wellness-Aufenthalt für sie, die GALIANA WITHSECURE musste akribisch für Leg 2 vorbereitet werden.

 

Fotos von der 2. Etappe Kapstadt-Auckland

Hier ein Interview mit Viivi (Das Interview wurde in Englisch geführt und ins Deutsche übersetzt.)

 

Schlagworte zu ihrer Segelvita: Optiseglerin; Trainerausbildung beim Finnischen Seglerband; seit mehreren Jahren Optitrainerin im Espoo’s Merenkävijät Club; Segeltrainerin für Erwachsene im Espoo’s Sailing Club; eigene Regattaaktivitäten mit Zoom8, Europe und auf der 6mR Klassiker-Rennyacht “Merenneito II (Seejungfrau?), gebaut in Turku/Finnland 1928; Ausbildung zur Segelmacherin. Bei der Ausfahrt zum OGR 2023/24 wurde die GALIANA WITHSECURE in diesem Sommer Helsinki von Optiseglern eskortiert.

Was war deine Motivation beim OGR dabei zu sein?

Ich liebe es auf dem Meer zu sein …so Viivi Moisio

Nach meiner Opti-Zeit wollte ich die Welt sehen und etwas größere Boote ausprobieren. Auch liebe ich es auf dem auf dem Meer zu sein, die Wellen und wunderschöne Sonnenuntergänge zu erleben.

Waren deine Opti-Erfahrungen wichtig für die Weltumsegelung?

Mein Opti-Segeln lehrte mich die Freude am Segelwettkampf  und verschiedene Methoden, um unter Druck Leistung zu erbringen und zu überleben. Am wichtigsten ist, dass die Grundlagen des Segelns, die ich im Opti gelernt habe, dieselben sind, auch wenn das Boot größer ist.

Wie bist du zum Opti-Segeln gekommen? Wo hast du es gelernt?

Ich habe auf einem Opti-Camp in Finnland mit meinem Bruder angefangen zu segeln. Anfangs interessierte mich das Segeln überhaupt nicht. Aber die orangefarbene Segelkleidung gefiel mir, die wollte ich auch tragen und so machte ich schließlich beim Opti-Segeln mit.

Was waren deine besten Opti-Erfahrungen in der Vergangenheit und jetzt, wo du in Helsinki Opti-Segler ausbildest?

Als ich noch Opti gesegelt bin, waren das Beste die Freunde, die ich fand und die großen Flotten, in denen ich segelte. Unterwegs war ich am Ende meiner Optizeit in Finnland und angrenzenden Ländern, da gibt es viele gute Segelreviere. Als Opti-Trainerin ist das Beste, wenn jemand, den du ausgebildet hast, erfolgreich ist und du seine Entwicklung siehst.

Wie verlief deine Segelzeit nach dem Opti?

Mit 12 Jahren engagierte ich mich bei Sommer-Opticamps als Assistenztrainerin, anschließend arbeitete ich über mehrere Jahre als Opti-Trainerin für Segelvereine in Espoo, nahe Helsinki. Um auch Zeit für mein eigenes Regattasegeln (Zoom8, Europe und 6mR) zu finden, musste ich meine Zeit sehr gut einteilen.

Segelspaß mit einer 6mR Rennyacht. Von 1908 bis 1952 besaßen die 6 Meter-R-Yachten den Status einer Olympischen Klasse

Um Teil der GALIANA WITHSECURE-Crew zu werden, gab es ein Auswahlverfahren. Wie lief es für dich?

Das Auswahlverfahren verlief gut. Ich fand viele neue Freunde. Ausgewählt wurde ich, weil es mir leicht fällt, mich in Dinge zu stürzen. Außerdem komme ich gut mit anderen Menschen aus. Das ist bei einer Regatta wie dieser, bei der man viel Zeit auf engem Raum mit anderen Menschen verbringt, sehr wichtig.

Die längste Etappe der OGR liegt hinter dir. Es ist nicht nur ein anspruchsvoller Segelwettbewerb, sondern auch ein Abenteuer.

Ich bin sehr wettbewerbsorientiert und manchmal war es schwer, jeden Moment zu genießen, weil ich immer die Höchstgeschwindigkeit erreichen wollte. Ich bin auch sehr abenteuerlustig und möchte alles sehen, also ist dieser Teil auch wichtig.

 

Wie fühlst du dich, wenn du von deiner Familie, von Freunden und deinen Opti-Seglern in Finnland getrennt bist? Wie vereinbarst du diese Weltumsegelung mit deinem Beruf?  

Meine Familie und Freunde unterstützen mich sehr und verfolgen die Regatta sehr intensiv, was ein tolles Gefühl ist. Ich arbeite als Segelmacherin. Meine Firma versteht sehr gut meine Begeisterung für diese Weltumsegelung.

Während der 48 Tage gibt es keine heißen Duschen, kein frisch gekochtes Essen, sondern mit heißem Wasser zubereitete Fertiggerichte. Du wirst kaum acht Stunden am Stück geschlafen haben. Wie gehst du mit diesen Herausforderungen um?

Ich habe mich ziemlich schnell daran gewöhnt und gelernt, die kleinen Dinge zu schätzen, die man an Land als selbstverständlich ansieht. Zum Glück hatte ich für die schlechten Tage auf See ein paar Süßigkeiten dabei.

Wie wurden die Aufgaben an Bord unter der Besatzung verteilt?

Auf der GALIANA macht die ganze Mannschaft alles, aber natürlich beachten wir einige Dinge. Zum Beispiel hebt man nicht den Schwersten auf den Mast oder lässt den Kleinsten den ganzen Spinnaker allein setzen.

Zwei Wochen nach dem Start in Southampton hattet ihr plötzlich ein „kuhgroßes“ Loch im Spinnaker. Wie habt ihr es geschafft, das Segel zu reparieren?

Das war kein Problem, denn zur Crew der GALIANA WITHSECURE gehört mit mir ein weiterer Segelmacher, Alexander von Flittner. Wir sind Arbeitskollegen und beschäftigt bei der Segelmacherei WB Sails in Helsinki. In drei Stunden war der Spinnaker wieder einsatzbereit. Für die Befestigung haben wir nur Spinnakerband verwendet und es hat gut geklappt, so dass keine weiteren Reparaturen an Land nötig waren.

Was waren die anstrengendsten Tage beim Segeln? Die ruhigen Tage in der Äquatorzone mit sehr wenig Wind und Temperaturen über 30 Grad unter Deck oder der letzte Teil des Törns mit stürmischem Wind? 

Für mich waren die anstrengendsten Abschnitte die, an denen wir mitten auf dem Ozean trieben oder die Abschnitte, an denen wir in die falsche Richtung fahren mussten, dann fühlt sich die Reise richtig lang an.

Wie funktionierte das Zusammenleben an Bord, auf engstem Raum?

Unser Team funktioniert sehr gut, weil wir gemeinsam daran arbeiten und die Stärken und Schwächen des anderen kennen, was gut für die Teamarbeit ist.

Ihr seid eine Crew von ehrgeizigen Regattaseglern, die mit Herz und Seele dabei sind. Konntest du die Natur genießen, obwohl du ständig schnell segeln wolltest?

Ja, ich habe die Natur während des Segelns sehr genossen. Mehrere Delfine, die vor den Bug des Bootes sprangen, und die fliegenden Fische waren ein spektakulärer Anblick. Auch die seltsamen Wetterphänomene haben mich fasziniert. Es war auch schön zu erfahren, wie die Wolken die Winde beeinflussen.

Wie hast du den letzten Teil der Reise nach Kapstadt erlebt? Was wolltest du als erstes in Kapstadt machen?

Der letzte Teil der Reise fühlte sich etwas rauh an. Wir  wussten, dass einige Boote bereits in Kapstadt  waren. Aber als dann starker, achterlicher Wind aufkam und die GALIANA WITHSECURE auf den Wellen surfte, war das ein tolles Gefühl. In unseren Gesprächen beschäftigen wir uns in den letzten Tagen gern damit, was wir an Land als erstes essen wollten.

(Interview: Birgitt Müller-Genrich)

 

 

 

 

 

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