2026 Optimist World Championship – WM-Qualifikationsserie im Auf und Ab des Windes (4)
(bmg) Mit einer weiteren Wettfahrten endete am gestrigen Montag mit insgesamt 5 Rennen die dreitägige Qualifikationsphase der OPTIMIST WORLD CHAMPIONSHIP 2026. Die Segler gingen bereits gegen 13:30 Uhr Ortszeit aufs Wasser. Die Wettfahrtleitung wartete lange auf ausreichend starken und stabilen Wind. Erst gegen 15:30 Uhr etablierte sich ein Nordwestwind um 12 kn, sodass eine Flotte eine Wettfahrt starten und beenden konnte. Danach flaute der Wind wieder ab; eine weitere gestartete Wettfahrt musste sogar abgebrochen werden.Gegen 17:30 Uhr setzte ein Nordostwind um 15 kn ein. Erst mit diesem Wind konnten die übrigen Starts erfolgen.
Nicht nur für die Wettfahrtleitung, auch für die 283 Optisegler war es ein besonders spannender Tag. Denn am Ende dieses Regattatages stand fest, in welcher Flotte mit jeweils 71 Seglern – GOLD,SILVER, BRONZE, EMERALD – sie ab Donnerstag in der Final Series (Teil 2 der WM-Fleet Races) starten werden. Für welche Flotte sich die GER-Segler qualifziert haben, wird erst heute feststehen. Infos dazu erfolgen sobald wie möglich.
Der Wind im Verlauf der QR-Series in Tanger war vielfältig: schwächelnder Wind am 3. Tag; Tag 2 “ strong north-easterly wind of 22–24 knots“, Tag 1″ conditions evolved from 7–8 knots in the morning to nearly 20 knots during racing“.
Hier die vorläufigen GER-Ergebnisse nach 5 Rennen:
73. Jonny Seekamp; 165. Philipp Wodianka; 199. Lucas Schütz; 210. Leo Mügge; 242. Gustaf Schimanski
Alle vorläufigen Zwischenergebnisse hier.
Cengiz Eren GÜVENÇ/Türkein steht seit dem ersten Tag der Qualifying Series auf Platz 1 der Ergebnisliste mit den Plätzen 1,1,2,3, (5); auf den Plätzen 2 und 3 mit geringem Punkteabstand Andrea Demurtas/ITA (9 Punkte) und Arthur Lamin (10 Punkte). Auf den TOP 10- Plätzen Segler aus 7 Nationen: Brasilien (2), Portugal (2), Spanien (2), Türkei, Italien, Schweden, Malta.
Auf der WM ist wieder im Einsatz der Weltklasse-Optifotograf Matias Capizzano. Hier eine kleine Auswahl seiner spektakulären WM-Fotos von der Qualifilkationsserie – zu finden auch hier in seiner Galerie
Zum Abschluss ein Bericht des Teamleaders aus dem GER-Basislager …
1. Wettfahrttag – (Pünktlicher Start in den Starkwind (Samstag, 20.06.2026)
Auf dem Programm standen die ersten zwei offiziellen Rennen der Weltmeisterschaft. Ohne langes Fackeln ging es direkt aufs Wasser. Die Müggelsee-Bedingungen vom Vortag waren Geschichte. Ein straffer Ostwind (der berüchtigte Levante) fegte mit konstanten 16 bis 18 Knoten durch die Bucht von Tanger, in den Böen hatten die Jungs mit bis zu 25 Knoten zu kämpfen. Und auch die Welle machte es ihnen nicht leicht. Während Riky die Kinder auf dem Wasser beobachten durfte, wurde meine und auch die Neugierde aller Teamleader, Eltern und UnterstützerInnen mithilfe eines Livestreams mit zeitaktuellen Drohnen-Aufnahmen gestillt.
Gegen die internationalen Schwergewichte, die bei diesen Bedingungen jeden Millimeter Hebelgewicht in die Waagschale werfen können, hatten es unsere Jungs etwas schwerer. Diplomatisch ausgedrückt spiegelten die Ergebnisse nicht ganz das wider, was die Jungs sich erhofft hatten. Gerade für die kleineren unter unseren Jungs waren die Bedingungen eine Herausforderung. Das führte dazu, dass Gustaf und Leo im Fleet Gelb eher minder erfolgreiche Ergebnisse einfuhren (Leo: 58, 59; Gustaf: 64, 62). “Wären nur 10 Knoten weniger gewesen, wäre ich eigentlich ganz okay gewesen“, schimpft Leo über die Verhältnisse. Auch Lucas im Fleet Grün ersegelte nach einem Zeitlimit-bedingten DNC einen 60. Platz. Philipp konnte im Fleet Blau einen 36. und einen 52. erkämpfen. Jonny gelang im Fleet Rot einen 11. und einen 24. Platz. Die Jungs kamen dennoch mit einem Lächeln auf dem Gesicht vom Wasser und „verarbeiteten“ den Tag in einer Nachbesprechung.
2. Wettfahrttag – Warten bei saunaartigen Bedingungen & Rennen Nummer 3 und 4 (Sonntag, 21.06.2026
Der Sonntag begann mit einer kleinen Geduldsprobe. Am Vormittag herrschte erst einmal Flaute. Die Wettfahrtleitung ordnete eine Startverzögerung an Land an. Bei drückender Hitze mussten die Jungs im Hafen ausharren und warten, bis sich der konstante Wind endlich aufbaute.Während des ersten Rennens nahm der Wind dann wieder um einiges zu, sodass es wieder mit kräftigem, aber ein wenig weniger Wind als am Vortag weiterging.
Auch in den Rennen 3 und 4 des Wochenendes lief es für das deutsche Team ergebnistechnisch eher durchwachsen. Unsere Leichtgewichte mussten ordentlich einstecken, aber Erfahrung vom Vortag konnten auch umgesetzt werden. Trotz des harten Kampfes und einem unfreiwilligen Volllaufen auf einem der Halbwinde bissen sich die Kinder durch.Die Kinder kamen erst nach 18:00 vom Wasser, glücklicherweise hatten wir niemanden im grünen Fleet, dort waren die letzten SeglerInnen erst nach 19:00 zurück. Die Besprechung wurde auf den nächsten Morgen verschoben. Das Abendprozedere sollte inzwischen bekannt sein: Duschen – Abendbrot – nach Hause telefonieren – Bett.
Fazit nach 2 Renntagen: Nach vier harten Rennen bei viel Wind sind die Abstände im Mittelfeld sehr knapp. Am konstantesten segelte bisher Jonny: Mit den Plätzen 46 und 26 liegt er als bester Deutscher auf dem 92. Gesamtplatz. Ein echtes Highlight gelang Philipp, der nach einem 57. Platz am Samstag am Sonntag einen überragenden 9. Platz einfuhr und insgesamt auf Rang 155 steht. Leo verbesserte sich nach Platz 60 am ersten Tag mit einem starken 30. Platz am Sonntag auf Gesamtrang 223. Lucas kämpfte sich durch die schweren Bedingungen, holte unter anderem einen 63. Platz und belegt aktuell Platz 238. Gustaf steigerte sich nach einem 69. Platz auf einen 53. Platz in den Einzelrennen, was für ihn Gesamtrang 258. bedeutet.
3. Wettfahrttag – Nur ein Rennen (Montag, 22.06.2026)
Um 8:30 Uhr ging es zum gemeinsamen Frühstück – die Jungs standen wie jeden Morgen überpünktlich bereit. Nach einer windbedingten Verzögerung von anderthalb Stunden ging es endlich aufs Wasser. Der Wind ließ allerdings erst einmal weiter auf sich. Als das Fleet Gelb um 15:30 Uhr endlich starten konnte, reichte der Wind bei sehr wechselhafter Intensität glücklicherweise bis zum Zieldurchgang. Leo erwischte einen Sahnetag, sicherte sich einen starken 30. Platz und war fast zwei Stunden vor den anderen zurück im Hafen. Bei extrem drehenden und unbeständigen Verhältnissen wurden dennoch für alle anderen drei Fleets die Rennen ins Ziel gebracht.
Und der Trend hält an: Auch heute war ergebnistechnisch eine deutliche Steigerung zu erkennen! Gustaf gelang ein hervorragender 32. Platz und schließt die Fleet-Wertung auf Rang 242 ab. Lucas setzte am letzten Tag der Fleet Races mit einem genialen 24. Platz ein Ausrufezeichen und schiebt sich auf Gesamtrang 199 vor. Philipps solider 39. Platz sicherte ihm Gesamtrang 165. Jonny krönte die Serie mit einem fantastischen 11. Platz im letzten Rennen, was ihm schlussendlich einen starken 73. Platz in der Gesamtwertung der Fleet Races bescherte. Nach diesem extrem langen Tag trafen sich alle müde, aber glücklich beim Abendessen wieder. Die Stimmung im Team ist trotz der harten Knochenarbeit auf dem Wasser hervorragend!
- 3. Wettfahrttag: Teambesprechung im Zelt
- Warten auf das Auslaufsignal
- Leo segelt 1,5 Stunden vor den Teamkollegen in den Hafen.






















