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17. Juni 2026

2026 Optimist World Championship – Training und 2026 Worlds Warm-Up Event( 2)

2. Tag WM-Warm-Up Regatta – Einsegeln bei Traumwetter – Foto: Greta Steinicke

Seit sieben Tagen ist das GER WM-TEam ( Leo Mügge, Gustaf Schimanski, Lucas Schütz, Jonny Seekamp,Philipp Wodianka, Trainer Riky Stadel ,Teamleader Greta Steinicke) in Tanger/Marokko.“Die ersten Tage und neuen Eindrücke waren genauso aufregend wie anstrengend. Zwischen ungewohnten Atlantikbedingungen, tückischer Strömung und erster internationalen Regatta-Generalprobe erlebten unsere fünf Jungs intensive Tage“, schreibt Greta.

Hier Gretas erster Bericht

Die erste Trainingseinheit und Gewöhnung (Samstag, 13. Juni)

Nach dem stürmischen Empfang am Vortag stand am Samstag endlich die erste echte Trainingseinheit auf dem Programm. Der Vormittag begann mit den administrativen Pflichten, um die Jungs offiziell für das Warm-Up Event („WM Generalprobe“ ) anzumelden. Danach ging es ohne Umwege für eine lange, intensive Einheit aufs Wasser.

Der Wind meinte es gut mit uns: Konstanter Wind um die 17 Knoten mit Spitzen von bis zu 23 Knoten peitschte über das Wasser vor Tanger, begleitet von einer sehr ordentlichen Welle. Für den Auftakt war das genau die richtige Herausforderung, um Material und Physis zu testen. Die Stimmung war trotzdem top. Philipp fasste den Tag begeistert zusammen:

„Das Segeln hat viel Spaß gemacht, vor allem Halbwind und Raumschots. Der Trainingstag war gut, vor allem um sich an die Welle zu gewöhnen.“

Auch die Organisation vor Ort ist spitze. Die Jungs wohnen zusammen mit den bereits angekommenen Sportlerinnen und Sportlern aller Nationen in einem Hotel direkt an der Strandpromenade von Tanger. Von dort aus sind es nur etwa zehn Bootslängen bis zum Strand und rund zehn Fußminuten zum Yachthafen. Im Hafen ist der Eventspace mit vielen weißen Zelten aufgebaut, in denen alle Nationen ihr Material unterbringen können. Wir teilen uns ein Zelt mit den Briten. Und auch abseits des Wassers passt alles: Das Frühstücks- und Abendbrot-Buffet kann sich definitiv sehen lassen!

Das Warm-Up Event und die Tücken der Strömung (Sonntag, 14. Juni)

Am Sonntag wurde es im direkten Vergleich das erste Mal ernst. Beim Warm-Up Event waren insgesamt 104 Seglerinnen und Segler am Start – allesamt hochkarätige Konkurrenz, die auch bei den eigentlichen Worlds um die Titel kämpfen wird. Auf dem Wasser erwartete die Jungs neben der bekannten Welle vor allem extrem viel Strömung beim ersten Start um 12:00 Uhr. Bei der abendlichen Auswertung von Rikys Videomaterial auf dem Hotelzimmer-Fernseher wurde schnell klar, dass diese Bedingungen vielen Teams massive Probleme bereiteten: Reihenweise blieben Boote an den Tonnen hängen, weil sie die Versetzung unterschätzten. Unsere Jungs schlugen sich im Gesamtklassement beachtlich:

Jonny zeigte eine extrem starke, konstante Leistung. Mit zwei 17. Plätzen in den Wettfahrten sicherte er sich einen hervorragenden 10. Platz im Zwischenklassement. Leo kam mit den Plätzen 58 und 38 solide durch den Tag.
Lucas ersegelte die Plätze 37 und 85. Philipp landete mit den Rängen 66 und 61 im Mittelfeld. Gustaf kämpfte sich auf die Plätze 93 und 86.

Gustaf hatte übrigens aus seinem leichten Sonnenbrand vom Vortag gelernt: Er ging mit komplett blauem Zinkgesicht aufs Wasser – optisch ein absolutes Highlight, aber extrem effektiv! Nach einem schnellen Proviant-Einkauf machte die tägliche Pool-Session am Abend die müden Muskeln wieder fit und sorgte für den nötigen Appetit am Hotelbuffet.

 

Geburtstagskuchen und starke Einzelergebnisse (Montag, 15. Juni)

 

Der Montag begann mit einem ganz besonderen Highlight: Leo feierte seinen 12. Geburtstag! Schon beim Frühstück gab es neben einem kleinen Kuchen und einer Geburtstagskerze ein lautstarkes Ständchen für unser Geburtstagskind.

Gut gelaunt ging es auf die Regattabahn, wo die nächsten Wettfahrten des Warm-Up Events anstanden. Zur Feier des Tages zeigte Leo direkt in der ersten Wettfahrt eine tolle Leistung: Er rundete die erste Tonne als starker 7. und brachte am Ende einen hervorragenden 25. Platz ins Ziel. In der darauffolgenden Wettfahrt erwischte er zwar einen herben Dämpfer und landete auf Platz 69 – dieser wurde jedoch prompt sein Streicher für die Wertung.

Die anderen Jungs bissen sich ebenfalls fest durch das Feld: Jonny ersegelte die Plätze 27 und 36. Lucas zeigte mit einem genialen 12. Platz (neben einem 47. Platz) sein riesiges Potenzial, und Gustaf holte die Ränge 79 und 95 und Philipp holte neben einem sensationellen dritten Platz noch einen 47ten.

Danach zog es uns kurz an den Strand. Da der Atlantik aber noch viel zu kalt war, wurde der Spaß kurzerhand wieder an den Hotelpool verlegt. Dort lieferten sich die Jungs eine ausgiebige Badesession zusammen mit dem argentinischen Team, bevor es zur Taktikbesprechung in Rikys Hotelzimmer und anschließend zum verdienten Abendessen ging.

 

Warm Up Event – Leo (GER 2202) 5. am Gate – Foto: Greta Steinicke

Startchaos und ein sensationelles Finale (Dienstag, 16. Juni)

Heute stand der finale Wettfahrttag des Warm-Ups an. Nach unserem typischen morgendlichen Ritual – ausgiebiges Frühstück und gemeinsamer Gang zum Hafen – präsentierte sich das Revier zunächst von seiner zähen Seite.

Die Bedingungen beim Auslaufen waren alles andere als optimal: Während die Welle mit flachen 0,2 bis 0,3 Metern völlig unaufgeregt blieb, schwächelte der Wind extrem und wehte sehr unbeständig mit gerade einmal 1 bis 2 Beaufort (ca. 3–5 Knoten) aus wechselnden Richtungen. „Denen ist egal, wo die Linie ist. Da bist du entweder in der fünften Reihe oder drüber“, fasste Jonny das Chaos an der Startlinie treffend zusammen. Und genau so sah es auf dem Wasser aus: Ein Startversuch jagte den nächsten, und mit jedem Mal drängten mehr Boote über die Linie. Es entwickelte sich als regelrechter Start-Marathon, die der Wettfahrtleitung alles abverlangte – insgesamt knapp 20 Startversuche standen am Ende zu Buche! Es wurde rigoros durchgegriffen: Erst mit der U-Flagge, dann folgten in Dauerschleife die Black Flag und allgemeine Rückrufe. Wer jetzt pennte, war raus – und das gnadenlose Durchgreifen bescherte dem Feld reihenweise BFDs. Auch Lucas und Philipp waren leider dabei.

Umso besser, dass der Rest unserer Jungs die Nerven behielt und nach einem endlich geglückten Startversuch folgte der ganz große Auftritt unseres Teams: Leo rundete sensationell als 5., Philipp als 12. und Gusti als 20.! Leo drehte jetzt erst richtig auf, ging am Gate sogar als Führender durch und belohnte sich im Ziel mit einem absolut genialen 2. Platz! Was für ein nachträgliches Geburtstagshighlight! Jonny kam als 42. ins Ziel und Gustaf sicherte sich einen starken 21. Platz. Gegen Nachmittag drehte der Wind dann wie vorhergesagt auf und frischte auf gute 15 Knoten auf (in Böen und zum Abend hin sogar bis zu 10 Knoten vor der Stadt), sodass wir zum Abschluss noch einmal richtig gute Segelbedingungen hatten. Nach ein paar weiteren, letztlich abgebrochenen Startversuchen war die finale Startzeit erreicht und es ging zurück an Land. Erst gegen 17:00 Uhr waren die Kids wieder im Hafen.

Da für den morgigen Tag noch deutlich mehr Wind erwartet wird, hieß es direkt nach dem Anlegen: Segel auf die Trainingssegel umbändseln. Die geliebte Pool-Session, sowie die Siegerehrung mussten heute aus Zeitgründen leider ausfallen, aber das gemeinsame Abendbrot mit den anderen Nationen war der perfekte Ausklang für diesen ereignisreichen Tag.

Warm-Up Event, 5. Wettfahrt, Startchaos und einer der letzten Versuche vor AP über H

Das amtliche Gesamtergebnis des Warm-Up Events

Nach all den spannenden Rennen und dem harten Kampf gegen Wind und Strömung können sich die finalen Platzierungen im 112-köpfigen internationalen Feld absolut sehen lassen:

Jonny: Platz 17

Leo: Platz 25

Lucas: Platz 51

Philipp: Platz 53

Gustaf: Platz 92

Hier der Link zu den vollständigen Ergebnissen: https://vilamourasailing.sailti.com/en/default/races/race-resultsall?text=26OPTWU-en&menuaction=race-inscriptions

Fazit

Die Formkurve stimmt, die Jungs haben die Tücken des Reviers verstanden und sind heiß auf mehr. Sie haben mit der ein oder anderen Platzierung gezeigt, dass sie auf jeden Fall das Potenzial haben, ganz vorne mit dabei zu sein. Auch im Hotel merkt man langsam, dass es ernst wird – jeden Tag stehen mehr Nationen mit ihren Segel und ihrem Ehrgeiz im Gepäck vor der Rezeption. Die nächsten zwei Tage folgen Training, Vermessung, der letzte Feinschliff und vielleicht sogar ein wenig Entspannung vor dem Event.

 

 

 

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