Neues digitales Messbriefsystem der IODA – Leider ruckelt es noch reichlich
Technikobmann Hans-Christian Kühn zum Thema „Digitale Messbriefe“
Seit dem 1. Januar 2026 produziertes Material fällt unter die neue Regelung zu digitalen Messbriefen. Ich hatte im aktuellen Jahrbuch die Änderung beschrieben. Allerdings zeigen die Erfahrungen, dass es leider gerade noch sehr stark ruckelt. Da wir in Kürze die WMA/EMA in Warnemünde haben werden, steigt verständlicherweise die Nervosität. Daher hier noch einmal ein Update von meiner Seite.
Das Ziel die übliche Zettelwirtschaft abzuschalten und digital zu organisieren, verfolgt unsere internationale Klassenvereinigung schon seit ein paar Jahren. Auch im Jahrbuch 2025 hatte ich diese Änderung für einen Start ab Juni 2025 angekündigt. Allerdings wurde dann wie in den Vorjahren nochmal geschoben und der in den jeweiligen Klassenregeln stehende Termin nicht gehalten. Offenbar ist es doch sehr viel schwieriger, so ein System einzuführen, als man anfangs denkt. Jetzt ist das System aber da.Was passiert jetzt und wer muss was beachten?
Seit dem 1. Januar 2026 produziertes Material fällt unter die neue Regelung zu digitalen Messbriefen.
Zunächst einmal bleibt für existierendes Material alles beim Alten. Das gilt auch, wenn das Material in 2025 produziert, aber erst in 2026 erstvermessen wird. Hier gibt es Papier und alles ist gut.
Erst für Material, dass ab dem 1. Januar 2026 produziert wird, gilt das neue System,das aus zwei Komponenten besteht.
Die Hersteller von Rümpfen, Segeln, Rundern, Schwertern oder Riggteilen bekommen von der IODA sogenannte „Equipment Label“. Das sind Aufkleber, die einen kleinen Chip enthalten, der digital auslesbar ist. Der zweite Teil ist ein zentrales IT-System, auf das Vermesser per Internet oder App Zugriff haben. In diesem System werden die Vermessungsdaten digital abgelegt. Zukünftig wird man also bei der Ausrüstungskontrolle nicht mehr die Seriennummer des Teils mit der Seriennummer auf dem Papiermessbrief abgleichen müssen, sondern wir können unser Handy an das „Equipment Label“ auf dem Ausrüstungsteil halten und sehen dann, ob es vermessen wurde oder nicht.
Trotz mehrfachem Nachfassen haben immer noch nicht alle Vermesser Zugangsdaten bekommen. Ich hoffe, dass sich das Problem in den nächsten Tagen löst.
WICHTIG: Auch bei neuem Material ab 2026 ersetzt das „Equipment Label“ nicht die notwendige Erstvermessung. Wenn ihr also ein neues Teil habt, müsst ihr es weiterhin von einem Vermesser erstvermessen lassen, bevor ihr es bei Regatten einsetzen dürft. Ihr bekommt halt nur keinen „Zettel“ mehr, sondern der Vermesser dokumentiert seine Arbeit digital. Bei Material, dass aus 2025 oder davor stammt, müsst ihr weiterhin bei Regatten Messpapiere dabei haben. Bei WMA/EMA und Deutscher Meisterschaft prüfen wir die Messbriefe aktiv, bei anderen Regatten erfordern es die Regeln, dass man sie auf Nachfrage vorlegen können muss.
Laut IODA bekommt ihr als Eigentümer bei Rümpfen und Segeln nach dem Kauf ebenfalls Zugangsdaten für das System zugeschickt. Das erscheint mir ein seltsamer Prozess, der ist aber so geplant. Ich höre aber, dass es auch hier noch hakt, insbesondere mit der Zusendung der Zugangsdaten. Wer einen neuen Rumpf kauft, soll laut IODA sich ins System einloggen und von dort kann man dann wohl eine Segelnummer beantragen. Leider funktioniert das bisher noch nicht, bzw. wir haben noch keinen gefunden, der diesen Prozess fehlerfrei durchlaufen hat! Bis sich das ändert, wendet euch vertrauensvoll an Katrin Plieth in unserer Opti Class Geschäftsstelle. Sie wird versuchen, euch nach Kräften zu helfen.
Solltet ihr Material haben, dass in 2026 produziert wurde, aber der Vermesser, den ihr habt, hat keinen Zugang, dann bittet ihn, weiterhin einen Papiermessbrief auszufüllen, euch aber neben dem Messbrief auch das „Messblatt“ mitzugeben. Das ist ein Bogen, der die gemessenen Maße enthält. Wenn ihr mit diesem Material bei WMA/EMA oder bei der IDJM seid, sorge ich mit meinem Vermesserteam dafür, dass die Informationen digital hinterlegt werden.







