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1. August 2025

Interview mit dem IDJM-Wettfahrtleiter Max Marcour – Sein IDJM-Wunsch: Mehr miteinander, weniger gegeneinander – ich glaube das braucht die Welt gerade mehr denn je!

IDJM-Wettfahrtleiter Max Marcour

In drei Tagen wird die Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft Optimist 2025 eröffnet – diese letzten Tage vor Beginn dieser großen Regatta sind eine aufregende Phase für die 190 Optisegler/-innen und das IDJM-Wettfahrtteam des Bayerischen Yacht-Clubs mit Wettfahrtleiter Max Marcour an der Spitze. Wurde alles bedacht? Ist alles organisiert? Wir möchten euch heute den IDJM-Bahnchef Max Marcour vorstellen. Er kennt die Opti-Klasse aus eigener Erfahrung. Seine eigene Opti-Zeit endete vor etwa 16 Jahren. Aber nicht nur sein Opti-Know-how zeichnet ihn aus. Aufgrund seiner Regattaerfahrung mit 420ern, J70 und Starbooten sowie seiner Erfahrung als Bahnchef bei hochkarätigen Regatten eilt ihm der Ruf voraus, dass es ihm und seinem Team gelingen wird, diese „Opti-Deutsche“ professionell und spannend über die Bühne zu bringen.

OPTI CLASS GER: Wie sah dein erster Opti aus?

Ich habe bis heute keinen schöneren Opti gesehen: Ein Holzboot, das schon zwei Karrieren hinter sich hatte. Nach der ersten Karriere als klassisches Boot wurde der Opti als großer Blumentopf im Vorgarten eingesetzt. Mein Opa hat dann die Blumen wieder ins Beet eingepflanzt und ihn wunderschön restauriert und wieder als „wettkampftauglichen“ Opti hergerichtet. Mit dem man Regatten gewinnen konnte – auch gegen neue Boote, wie wir sie heute haben!

Im Jahr 2008 nahmst du mit 218 Optiseglern an der IDJM in Ribnitz-Damgarten teil. War es deine 1. IDJM? Welchen Platz hast Du belegt ?

Ribnitz-Schlammgarten haben wir das damals genannt, als der Zeltplatz unter Wasser stand. Am Ende landete ich auf Platz 6 – wie so oft bei mir mit einem BFD in der Wertung. Tatsächlich war ich aber 2006 bei der IDJM in Kiel schon dabei, allerdings war ich da noch viel zu klein..

2007 gehörtest du zum OPTI WM-Team in Cagliari/ Sardinien, in der Mannschaft der Opti Weltmeister Julian Autenrieth und Paulina Rothlauf, zweifache Opti-Europameisterin. Auf welchem Weg hast du dich für diese WM qualifiziert? Deine Erinnerungen an diese WM vor 18 Jahren!

Das war in meinem ersten vollen Jahr in Opti A und ich war schon froh, dass ich mich für die WMA qualifiziert habe. Dort bin ich dann überraschend Dritter geworden – hinter Julian Autenrieth und Jens Marten und wir mussten uns erst mal damit beschäftigen, ob ich da auch hinfahre und wie wir das finanzieren. Ohne Druck und Erwartungen bin ich schon immer am besten gesegelt.
Insgesamt war es aber natürlich eine Hammer Erfahrung. Ich durfte während des Vortrainings sogar meinen 12. Geburtstag feiern, was ich sehr besonders im Kopf behalten habe. Während der WM hatte es dann leider im Schnitt 25 Knoten, sodass ich mit meinem recht jungen Alter viel zu leicht war und eher am Überleben gearbeitet habe. Nichtsdestotrotz, zwei ganz besondere Wochen in meinem Leben.

Welche deiner Segelerfolge im Opti sind dir besonders wichtig?

Ach, ich habe Titel leider überwiegend vermieden.. Aber aus heutiger Sicht sind die entstandenen Erfahrungen und Freundschaften eh am wertvollsten!

 Dein aufregendstes Erlebnis mit dem Opti war ….

Für mich immer Westwind in Warnemünde! Ob das die Wellenhöhe rund um den Leuchtturm an der Hafenausfahrt war oder die Fähren, die sich durch den Nebel hupen..

 Dein Tipp für Opti-Regattasegler

Max Marcour (im Vordergrund): Segeln soll Spaß machen

Nicht übertreiben! Ehrgeiz ist in einer Wettfahrt mal kurz ganz hilfreich, aber insgesamt soll Segeln Spaß machen und nur das!!

 Wie verlief deine Segelzeit nach dem Opti?

Mit dem 49er auf der Kieler Woche 2013

Mit dem 49er auf der Kieler Woche 2013

Ich bin drei Jahre klassisch 420er gesegelt, dann aber doch in den 49er umgestiegen.. Die 49er Zeit war seglerisch tatsächlich die spannendste Zeit, aber auch sehr anstrengend. Nachdem unser Stützpunkt in Kiel ist, ich aber in München gelebt und dann studiert habe, war das durchaus eine herausfordernde Logistik. Zwischendurch bin ich aber immer auch die verschiedensten Klassen gesegelt: Starboot, Waszp, J70, H-Boot, L95 und ein bisschen Offshore..

 Wie hast du dein Segeln mit deiner Berufsausbildung verbunden?

Ich habe mit dem Segeln aufgehört. So ehrlich muss ich sein – das heißt aber natürlich nicht, dass man das nicht vereinen kann! Ich habe gute Freunde, die bis heute ihr Studium durchziehen und 49er segeln. Ich glaube am Ende muss man sich einfach dazu entscheiden, nach Kiel zu ziehen – zumindest im 49er spielte da einfach die Musik! Und dann geht das wunderbar; zumindest Unis kommen Sportler sehr entgegen mit flexibleren Prüfungsterminen etc..

 Du hast dich vor einigen Jahren entschieden, eine Ausbildung zum Wettfahrtleiter zu machen. Wie aufwendig war diese Ausbildung? Was macht dir Freude an dieser Arbeit?

Die Ausbildung ist schnell gemacht; wichtig ist eher Erfahrungen zu sammeln! Ich habe viele Jahre Bojen gelegt, was mindestens so viel Spaß macht! Am Ende lernt man das Geschehen von einer anderen Seite kennen, was sehr spannend ist. Und natürlich macht auch die Verantwortung Freude, ein Team zu führen, Entscheidungen zu treffen, den Überblick zu behalten, immer drei Schritte vorauszudenken usw..

Kann man vom Wettfahrtleiter- Job leben? Was verdient man als Wettfahrtleiter? 

Wir machen das natürlich alle im Ehrenamt! Das ist auch mein Verständnis von Vereinen: Das Zusammenspiel von Geben und Nehmen! In meiner aktiven Zeit wurde ich stark unterstützt, dass ich meinen Sport ausüben kann, jetzt versuche ich auch etwas zurückzugeben und investiere zumindest meine Zeit.

 Was wünscht sich ein Wettfahrtleiter von Seglern und Trainern im Verlauf von Regatten? Gibt es ein besonders nettes Erlebnis?

Natürlich wünschen wir uns ein gewisses Maß an Verständnis dafür, dass dieser Job gar nicht so einfach ist – erst Recht, wenn man es mit nicht ganz einfachen Bedingungen zu tun wie am Starnberger See. Aber Ende wünscht man sich vor allem den sachlichen Austausch und Feedback. Wir gehen bei unserem Tun und bei allen Entscheidungen sachlich und rational vor und das wünschen wir uns dementsprechend natürlich im Gegenzug – auch wenn Emotionen auf der Regattabahn dazugehören dürfen!

 Welche Eigenschaften muss man als Wettfahrtleiter mitbringen? Wovor hat man als Wettfahrtleiter Angst? Vor Kritik? Vor wenig Wind? Vor Protesten?

Ein gewissen Maß an Dienstleister-Mentalität schadet sicher nicht: Wir dienen den Seglern, damit sie gute und faire Wettfahrten segeln können.. Wir machen das, was sich die Segler von uns wünschen – zumindest das, was im Rahmen der Regeln machbar ist. Leider wird das Regelkorsett Jahr für Jahr etwas enger und immer noch schwieriger für alle Seiten zu überblicken. Aber Angst ist das falsche Wort und man wäre auch falsch in diesem Job.. Ich würde es Respekt und ein wenig Demut vor der Aufgabe nennen.

 Was wünscht du dir für diese IDJM?

Dass wir eine Veranstaltung wie diese als Möglichkeit wahrnehmen, zusammenzukommen, uns auszutauschen und freundlich und entspannt miteinander umzugehen! Mehr miteinander, weniger gegeneinander – ich glaube das braucht die Welt gerade mehr denn je!

(Interview: Opti Class GER Öffentlichkeitsarbeit/Birgitt Müller-Genrich)

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